Frankfurter Buchmesse 2016

Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich die Frankfurter Buchmesse besucht. Da ich ja nun Autorin im R. G. Fischer Verlag bin, hatte ich durch meinen Verlag an den Fachbesuchertagen Zutritt, die nicht so überlaufen sind wie die Publikumstage am Wochenende. Das Ereignis begann schon am Frankfurter Hauptbahnhof; die allermeisten Fahrgäste des ICE strebten zum Tiefbahnsteig, zur Linie 104 der S-Bahn, die in wenigen Minuten das Messegelände erreicht. Dann musste ich eigentlich nur mit der Masse laufen und landete automatisch im Hauptfoyer der Messe. Auffällig war die deutliche Präsenz von teils bewaffneten Sicherheitskräften. Taschenkontrolle, Eintrittskarte besorgen und hinein ins Vergnügen!
Ich kann nur sagen: Gigantisch! Das Wort ist eigentlich noch zu klein, um diese Fülle an Eindrücken zu beschreiben, die schon mit dem Bauwerk an sich beginnt. Halle reiht sich an Halle, man wird durch sehr übersichtliche Beschilderung über Rolltreppen und Gänge dorthin geführt, wo man hingehen möchte. Allerdings sollte man sein Ziel kennen, denn man kann sich im Handumdrehen so verirren, dass man sich erst einmal gar nicht mehr zurechtfindet. Ich ging natürlich direkt zu ‚meinem’ Verlag, diesen Weg habe ich sofort gefunden. Ich wurde sehr freundlich empfangen und habe es sehr genossen, mit der Verlegerin, Frau Fischer, sprechen zu können, auch über mein neues Buch, das demnächst erscheinen wird. Ich habe einige Mit-Autorinnen und -Autoren des Verlags kennen gelernt und sehr nette und aufschlussreiche Gespräche geführt.
Natürlich wollte ich dann noch erkunden, was es sonst noch zu sehen gibt:

Zahlreiche Themenbereiche, die von den einschlägigen Verlagen bedient werden, eine große Abteilung mit Kinderbüchern, wo man mit großem Vergnügen viel Zeit verbringen kann und gern selbst noch einmal Kind sein möchte. Man findet Reiseliteratur über die ganze Welt, sogar einen großen Bereich mit Koch- und Backbüchern gibt es, deren Rezepte an Ort und Stelle auch gleich getestet werden können; es riecht sehr Appetit anregend, man sollte dort nicht hungrig hingehen. Und es gibt natürlich die turmhohen Bücherinseln der großen Verlage, wo man das reichhaltige Angebot von Bestsellern und Neuerscheinungen aus den Bereichen Roman, Krimis, Sachbuch und politischer Literatur in Augenschein nehmen kann.
Eine Fülle, die man kaum überblicken kann. Irgendwann lässt die Aufnahmefähigkeit stark nach, man spürt seine Füße und braucht dringend einen Kaffee.
Erholung bot sich im Ruhebereich der Flandern-Ausstellung, bei gedimmter Beleuchtung und vielen Eindrücke von Land und Meer. Hier war es wohltuend still. Bei Betrachtung der vorgestellten Literatur bekam man einen Eindruck von dem aktuellen Leben dieser Regionen in Belgien und den Niederlanden. Viele Ereignisse der aktuellen Politik, die wir hier nur aus kurzen Clips der Tagesnachrichten kennen, erscheinen in einem anderen Licht und schlagen sich nachhaltig in den Büchern der Autorinnen und Autoren nieder. Jedenfalls sollte man alles vergessen, was man über diese Länder aus dem Urlaub zu wissen und zu kennen meint. Als Tourist bekommt man ja meist nur die Sonnenseiten zu sehen, das ist überall so.
Für die Frankfurter Buchmesse im kommenden Jahr wurde Frankreich als Gastland ausgewählt. Man darf sicher auf diese Ausstellung gespannt sein, denn Frankreich besteht ja aus sehr unterschiedlichen Regionen. Und auch die dortige politische Situation wird sich sicher in der Literatur widerspiegeln.
Jedenfalls werde ich nächstes Jahr zwei Besuchstage planen, das habe ich fest vor.

 

Digitale Lesegeräte sind sicher eine gute und wichtige Erfindung. Trotzdem bin ich davon überzeugt, dass das gedruckte Buch nicht sterben wird. 

 

 

 

 

Autor: Christiane