Drei Schritte zum ersten Roman.

In meinem Leben habe ich ja wirklich schon viel geschrieben — Briefe, Rechnungen, Arbeitsanweisungen, Betriebsanleitungen, alles Mögliche. Aber ein Buch, ein Roman — das ist eine neue Erfahrung.

Eigentlich finde ich es ja viel interessanter, über Menschen und ihr Leben, ihre Wünsche und Träume zu schreiben. Das Schöne dabei ist, dass der Fantasie keine Grenzen gesetzt sind. So können eigene Erlebnisse mit den Erfahrungen Anderer verbunden und verwoben werden und bilden eine ganz neue Geschichte. Als Romanautor muss man sich ja nicht sklavisch an die Fakten halten und darf sich ungehemmt in das ‚Was wäre, wenn …‘ stürzen.

Das habe ich gemacht. In meinem ersten Roman ‚Ein turbulentes Jahr mit Folgen‘ geht es zuerst einmal um einen chaotischen, an Selbstüberschätzung leidenden Musiker, der es hervorragend versteht, sich durchzumogeln und auf Kosten seiner Mitmenschen zu leben. Das allein reichte natürlich nicht aus, um zahlreichere Buchseiten zu füllen; also habe ich den Handlungsrahmen erweitert und noch ein paar eigenwillige, aber sympathische Charaktere hinzugefügt. Alle diese Personen stehen fest im Leben und wissen eigentlich, was sie wollen — oder eben nicht wollen. Und sie machen sich zuweilen das Leben unnötig schwer, ganz wie wir es aus der Realität kennen, denn unsere Wünsche und Vorstellungen passen ja auch nicht immer mit denen unserer Umgebung zusammen.

Insgesamt habe ich den Text meines Manuskriptes mehrfach überprüft, ergänzt, Passagen gestrichen, das Ganze wieder einige Tage liegen gelassen, um erneut zu überprüfen, zu ergänzen oder zu streichen. Schließlich war ich der Meinung, die Geschichte ist rund und passt. Aber dann kamen doch Zweifel auf. Würde jemand das lesen wollen? Konnte ich es wagen, das Manuskript an einen Verlag zu schicken? Man kann ja immer wieder hören und lesen, dass alle Verlage in eingesandten Texten ersticken. Und eigentlich gibt es ja schon viel zu viele Autoren …
Aber dann habe ich mich getraut.

Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist beschränkt.

Albert Einstein

 

 

 

Autor: Christiane